Fritz Fröhlich Sammlung im Stif Wilhering

Fritz Fröhlichs Fresken in Oberösterreich

Fritz Fröhlich ist heute eine der präsentesten Künstlerpersönlichkeiten in Oberösterreich – alleine schon durch seine 1954 ausgeführte Sonnenuhr am Linzer Landhausturm. Anfang der 1950er Jahre erhielt Fröhlich die ersten Einladungen für die Gestaltung von Fresken in oberösterreichischen Kirchen, so die „Kreuzanheftung“ in der Kalvarienbergkirche Lambach 1952, die „Himmelfahrt Mariae“ in Zell an der Pram 1953 sowie die Gestaltung nach dem Pauluswort „Wir aber müssen uns rühmen im Kreuze unseres Herrn Jesus Christus!“ in Heiligenkreuz bei Micheldorf 1954. Im gleichen Jahr gestaltete der Künstler auch die vier Sonnenuhren am Linzer Landhausturm in Sgraffitotechnik. 1956 begann schließlich eine Reihe von drei Großaufträgen, die Fröhlich – „als seine bedeutendsten“ – bis Mitte der 1960er Jahre ausführen sollte: Die beiden Deckenfresken im Stift Engelszell (1956) und im Linzer Landestheater (1958) sowie die Gesamtfreskierung der Linzer Synagoge (1965). In Engelszell sollte auf knapp 400 Quadratmetern die größte und letztlich auch bedeutendste Arbeit von Fritz Fröhlich entstehen.

Die zwischen dem Stift und dem Bundesdenkmalamt ausführlich geführte Diskussion über das Deckenfresko sah im „Engelszeller Experiment“ die große Chance, durch ein zeitgenössisches Konzept und ohne jeglichen Versuch der Rekonstruktion der ursprünglichen Gestaltung die angestrebte Geschlossenheit des barocken Kirchenraums wiederherzustellen. Nach der Ausgestaltung des Landestheaters 1958 mit dem „Mythos des Orpheus“ erfolgte 1965 der Auftrag, den Innenraum der Linzer Synagoge zu freskieren. Fröhlich entwickelte das Gestaltungskonzept zum Thema der „Zwölf Stämme Israels“ gemeinsam mit dem Linzer Architekten Fritz Goffitzer. Hieraus entstand die Idee von fließenden Übergängen zwischen dem Boden, der Wand und dem Gesims der Synagoge. Insgesamt konnte – ähnlich wie in Engelszell, jedoch in viel kleinerer Dimension – eine sehr schlüssige Raumkonzeption realisiert werden.

1993 wurde der Künstler schließlich eingeladen, das Deckenbild im Festsaal des Stiftes Wilhering zu gestalten. Als letzter Großauftrag ergab sich für Fröhlich einmal mehr die Möglichkeit, einen bestimmten Werkabschnitt durch ein architektur- und ortsbezogenes Projekt in einem speziellen Kontext zu dokumentieren. Standen das Engelszeller Langhausfresko in den 1950er Jahren für die persönliche Entdeckungs- und Aneignungsphase des Kubismus und die Bemalung der Linzer Synagoge von 1965 für den weitgehend ausdifferenzierten Umgang mit einem erprobten Formenvokabular und die Aufnahme plastischer Details, so repräsentierte der Wilheringer Festsaal Fröhlichs spätes Denken über den Stil und Inhalt seiner Bilder. Ohne ikonographische Vorgaben des Stiftes konzipierte Fröhlich die Bemalung in den barocken Stuckmedaillons als ein persönliches Resumee über das 20. Jahrhundert, das er „in seinen gravierenden Ereignissen nahezu zur Gänze erlebt“ hatte.

Deckenfresko Stift Engelszell

Deckenfresko Stift Engelszell, 1956
Foto: Horst Stasny

Deckenbild im Festsaal des Stiftes Wilhering

Deckenbild im Festsaal des Stiftes Wilhering, 1993–1995
Foto: Horst Stasny